Blog—19. JAN. 2026
François von The Lot Radio: Merch als Unterstützung für ein gemeinschaftliches Projekt

Das von Musik angetriebene The Lot Radio hat eine komplett vergessene Straßenecke in einen einladenden Ort verwandelt, an dem sich Anwohner, Künstler und Passanten treffen.
François Vaxelaire lebte schon seit Jahren in New York, als ihm eine unerwartete Idee in den Kopf kam. Beim Spaziergang durch Greenpoint, Brooklyn, bemerkte er ein kleines, vergessenes dreieckiges Stück Land. Was andere achtlos passierten, sah er als Gelegenheit.
Dieser Raum wurde zu The Lot Radio: eine offene, gemeinschaftsorientierte Radiostation, in der Musik sowohl online als auch auf der Straße frei geteilt wird. Rund um die Uhr sendend, ist The Lot existiert auch physisch: ein Container an einer Ecke, ein paar Bänke, ein Kiosk und eine offene Tür für jeden, der neugierig genug ist, vorbeizuschauen. Einheimische, Künstler und Musiker versammeln sich hier, um zu spielen, zuzuhören und sich zu inspirieren.
Ohne große Unterstützung verlässt sich The Lot Radio auf das, was es vor Ort bietet: seine Präsenz, seinen Kiosk und seit kurzem seine Merch. Wir bei Merchery lieben Projekte, die gut durchdacht sind und einen Zweck erfüllen. Diese gemeinsame Vision führte uns zur Zusammenarbeit mit The Lot, um sinnerfüllte Merchandise-Artikel zu entwickeln, als eine Möglichkeit, einen Ort zu unterstützen, der seiner Gemeinschaft einen Wert gibt.
Wir haben uns mit François zusammengesetzt, um darüber zu sprechen, wie The Lot Radio zum Leben erweckt wurde, seine Verbindung zur Nachbarschaft und wie Musik, wenn sie offen geteilt wird, im Laufe der Zeit ganz natürlich eine Gemeinschaft aufbauen kann.
Können Sie sich vorstellen und uns erzählen, worum es bei The Lot Radio geht?
„Ich bin Belgier, lebe aber seit etwa fünfzehn Jahren in New York. Vor etwa zehn Jahren habe ich The Lot Radio gestartet, ein Online-Musikradio, das auf einem leeren Grundstück in Brooklyn basiert ist.
Wir haben buchstäblich ein Stück Land gemietet, das mehr als vierzig Jahre lang verlassen war. Von Anfang an war die Idee einfach: jeden Tag live streamen, rund um die Uhr, und Künstler aus der ganzen Welt einladen, die Musik zu spielen, die sie lieben.
Heute zählt The Lot Radio mehr als 200 Resident-DJs aus ganz New York, die vollkommen unabhängig und frei von Genres und Stimmungen hinweg agieren. „Diese Freiheit im Line-up ist uns sehr wichtig", erklärt François. Das Programm ist bewusst flexibel gestaltet und heißt sowohl Residents als auch Gastkünstler willkommen. Im Laufe der Jahre hat diese Offenheit einige der wichtigsten Künstler unseres Jahrhunderts angezogen, wie Four Tet, Fred Again, Skrillex, Nina Kraviz, … und weiteren unzähligen lokalen und aufstrebenden Künstlern.
Aber für François geht das Projekt weit über das Broadcasting hinaus. Im Kern geht es bei The Lot Radio um Verbindung. „Was wirklich wichtig ist, ist, dass es auch ein physisch existierender Ort ist. Wir versuchen, eine Brücke zwischen der Online-Welt und der realen Welt zu schaffen. Die Leute können kommen, sich treffen, abhängen. Wir haben einen kleinen Kiosk mit erschwinglichen Preisen. Es ist ein Ort, an dem Menschen Momente teilen und gute Musik hören."

Was steckt hinter Ihrer Geschichte und was hat Sie nach NYC gebracht?
„Ich wurde in Brüssel geboren und bin dort aufgewachsen. Musik war eine meiner ersten Leidenschaften: Es war etwas, das ich viel mit meinen Freunden geteilt habe, aber nie etwas, das ich mir als Beruf vorgestellt habe", sagt er.
Er studierte Anthropologie und Soziologie, Disziplinen, die zusätzlich seine Sicht auf Gemeinschaften und Kultur prägen. „Danach arbeitete ich in der Fotografie und Videografie und reiste viel. Ich lebte in Afrika, in Mosambik."
François bewarb sich dann für einen Master in Medien in New York. Was ihn sofort überraschte, war die lebendige Musikszene der Stadt. „Die Energie war verrückt. Auch die Kreativität. Es hat mich sofort mit meiner ersten Liebe, der Musik, verbunden."
Nach zwei Jahren in der Stadt stellte sich die Frage zu bleiben, nicht mehr wirklich. „Zu dieser Zeit gab es in New York nicht wirklich ein vergleichbares Online-Radio", fügt er hinzu. „Ich hatte das Gefühl, hier wirklich einen Unterschied machen zu können."

Wie wurde The Lot Radio zum Leben erweckt?
„Irgendwann füllte mich die alleinige Arbeit mit Fotografie und Video nicht mehr aus. Ich vermisste etwas ganz wichtiges - die Musik", gibt er zu.
Zu der Zeit lebte François in Greenpoint und verbrachte viel Zeit damit, durch die Nachbarschaft zu spazieren. Ein Ort zog seine besondere Aufmerksamkeit an. Es gab da diese Ecke in meiner Nachbarschaft, es war nur ein leeres Stück Land, ein dreieckiges Grundstück mit einem alten Wohnwagen. Jedes Mal, wenn ich vorbeiging, fand ich das merkwürdig, aber auch wirklich geheimnisvoll." Alle in der Nachbarschaft kannten diesen Ort, und wir haben ehrlich gesagt nie wirklich verstanden, warum er leer war", sagt er. „Man hat dort einen wahnsinnigen Blick auf Manhattan, und das Grundstück war einfach da, ungenutzt."
Eines Tages, geplagt von Selbstzweifeln, änderte sich alles. „Ich hatte echt Panik wegen meiner Zukunft. Und dann sah ich dieses Schild mit der Aufschrift ‚Zu vermieten - ideal für einen Food-Truck' mit einer Telefonnummer." Er hält inne, dann lacht er. „Normalerweise glaube ich nicht wirklich an Schicksal", sagt er. „Aber dieses Mal passierte etwas sehr Seltsames. In meinem Kopf fügte sich alles sofort zusammen. Ich wusste, dass ich genau an diesem Ort ein Radio eröffnen wollte. Es war einfach perfekt und fühlte sich gut an. Das war einer dieser seltenen Momente, in denen alles einen Sinn ergibt."

Wie würden Sie den Spirit von The Lot heute beschreiben und seine Beziehung zur Greenpoint-Nachbarschaft?
„Der Spirit ist eigentlich sehr nah an dem, was wir vor zehn Jahren angefangen haben", sagt François.
Er beschreibt New York als intensiv, überwältigend und in ständigem Wandel. „Die Idee bestand darin, eine kleine Insel in dieser riesigen Stadt zu schaffen", erklärt er. „Ein kleiner geheimer Ort, an dem sich die Menschen einfach wiederfinden, willkommen fühlen und sich vom Rest abkoppeln können."
Für ihn geht es bei The Lot darum, zu entschleunigen. „Du kannst einfach vorbeikommen, dich hinsitzen, Musik hören und chillen. Du musst nichts konsumieren. Du musst nicht auftreten. Es ist ein öffentlicher Ort, an dem Menschen einfach bleiben und genießen können."
„Dieses Dreieck fühlt sich an wie ein kleiner Platz, etwas, das in Europa sehr verbreitet, aber in einer Stadt wie New York wirklich einzigartig ist." Da The Lot kostenlos und offen ist, strömen die Menschen frei herein. „Du siehst Leute, die wegen der Musik kommen, Nachbarn, die in der Nähe wohnen, und sogar Mitglieder aus der Kirche nebenan, die auf einen Kaffee vorbeischauen", sagt er. „Diese Mischung ist uns wirklich wichtig. Es bedeutet, dass sich jeder willkommen fühlt."
Die Offenheit des Raums hat ihn auch tief in der Nachbarschaft verwurzelt. „Wir sind komplett integriert", fügt François hinzu. „Die Leute respektieren die Tatsache, dass wir diesen Ort gestaltet und etwas Ehrliches damit gemacht haben. Es ging nicht ums Geld, es ging um Leidenschaft."

Warum glauben Sie, dass Künstler eine so starke Verbindung zu The Lot fühlen, und warum war Unabhängigkeit von Anfang an so wichtig?
„Die Vision von The Lot Radio war es, Künstlern einen offenen Ort zu geben, um ihre Musik zu spielen, nicht nur nachts, sondern auch tagsüber. „Es geht darum, das gesamte Repertoire dessen zu zeigen, was Künstler lieben", erklärt er. „Nicht ein Genre, sondern ein ganzes Spektrum an Klängen. Du kannst morgens um 10 Uhr Techno hören und um 22 Uhr abends Jazz. Für uns ist das genau der Punkt."
Deshalb war Unabhängigkeit von Anfang an wichtig.
„Ich habe viele Marken gesehen, die eine Reihe von Partnerschaften eingegangen sind und langsam ihre Identität verloren haben.", erklärt er. „Das ist gefährlich. Ich wollte nicht permanent auf der Jagd nach Kooperationen sein, nur um Geld zu verdienen."
Unabhängig zu bleiben, ermöglicht es The Lot Radio, seiner Vision treu zu bleiben und ein Gefühl des Vertrauens zu schaffen, das Künstler sofort spüren, insbesondere diejenigen, die aus dem Ausland zu Besuch sind.
Wenn Partnerschaften zustande kommen, sind sie gewollt. „Sie müssen wirklich Sinn für uns machen", fügt François hinzu. „Sie müssen eine Bedeutung haben und der Gemeinschaft einen Mehrwert bringen."
Für ihn ist diese Überlegung genau das, was die Identität des Projekts bewahrt, während es wächst, ohne seine Werte zu verlieren.

Welche Rolle spielt Merch bei der Erhaltung von The Lot Radio und wie passt es in die Vision des Projekts?
Von Anfang an hat sich The Lot Radio darauf verlassen, was vor Ort passiert, um zu überleben. „Der Kiosk hilft uns, selbständig zu wirtschaften ", erklärt François. „Aber das ist nicht immer einfach. Wir haben schnell gemerkt, dass der Winter Nebensaison ist." Wenn der Trubel nachlässt und die Gegend ruhiger wird, ist es riskant, sich auf eine einzige Einkommensquelle zu verlassen.
„Da haben wir verstanden, dass wir uns nicht nur auf den Kiosk verlassen konnten", sagt er. „Nach und nach begannen wir, uns auf andere Dinge zu konzentrieren, einschließlich Merch." Für François geht es bei Merch nicht um Wachstum oder Volumen, sondern um Ausgleich. Es bringt finanzielle Stabilität und hilft, das Projekt das ganze Jahr über zu unterstützen, ohne seine Unabhängigkeit zu gefährden. „Es geht nicht darum, große Mengen zu verkaufen", fügt er hinzu. „Es geht darum, auf gesunde Weise zu überleben."
Diese gleiche Denkweise prägte die Zusammenarbeit mit Merchery. „Was mir gefiel, war, dass du nicht mehr unnützen Kram unter die Leute bringst", sagt François. „Es ermöglicht uns, hochwertiges Merch zu produzieren, das wirklich Sinn macht." Vertrauen spielt auch eine große Rolle in dieser Beziehung. „Du machst die harte Arbeit", erklärt er. „Ich weiß, dass das Merch auf die richtige Weise, mit den richtigen Leuten gemacht wird."
Merch wird zu mehr als nur einer Einnahmequelle, es wird zu einer zusätzlichen Möglichkeit, auszudrücken, wofür The Lot Radio steht: Offenheit, Sinnhaftigkeit und Nachdenklichkeit. Gleichzeitig hilft es, sicherzustellen, dass dieser Ort für die Gemeinschaft weiterhin existieren kann, auch wenn sich die kalte Jahreszeit hereinbricht.

Was ist Ihre Vision für The Lot Radio in den nächsten zehn Jahren?
Mit Blick auf die Zukunft ist François klar, dass das Ziel nicht darin besteht, das Wesen von The Lot Radio zu verändern, sondern ihm die Stabilität zu geben, die es braucht, um zu bestehen.
„Wir wollen es so behalten, wie es ist", sagt er. „Aber wir möchten dem Projekt auch mehr Beständigkeit verleihen." Ein konkreter Schritt ist die Renovierung des Containers selbst, um den physischen Raum zu verbessern und The Lot als dauerhafte Präsenz in der Stadt zu bestätigen. „Wir wollen, dass es wirklich als Eckpfeiler der Musik in NYC steht."
Für ihn geht es in der Zukunft nicht um Expansion oder Wachstum. „Es geht um Präsenz", erklärt François. „Darum, hier zu sein und unsere Vision und Werte im Laufe der Zeit fest zu halten. Zumindest für die nächsten zehn Jahre, hoffe ich."









